Medizinaufnahmetest

MedAT 2026: 6573 Träume, 784 Studienplätze

Tausende junge Menschen traten zum Medizinaufnahmetest in der Messe Wien an. Nur rund 10 Prozent werden sich heuer den Traum vom Medizinstudium erfüllen können. Fast die Hälfte wird es nächstes Jahr erneut versuchen.

Stefan Eckerieder-Donovan
Junge Menschen an Bänken in einem großen Saal
Große Nervosität herrschte bei den 6573 Kandidatinnen und Kandidaten des MedAT in der Messe Wien.
Foto: Medizinische Universität Wien/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
„Ein Aufnahmeverfahren ist erforderlich bei so vielen Studienbewerberinnen und -bewerbern.“
Anita Rieder, Vizerektorin MedUni Wien

Die Messe Wien ist wohl der einzige Veranstaltungsort in Wien, der groß genug ist, um einem Event dieser Dimension Platz zu bieten: dem größten Test Österreichs. 8.235 Anmeldungen hat es allein in Wien für den MedAT gegeben. Wie jedes Jahr haben sich kurzfristig jedoch rund 20 Prozent entschieden, diesmal noch nicht teilzunehmen. Österreichweit gab es mehr als 16.500 Anmeldungen. 13.248 Kandidatinnen und Kandidaten nahmen schließlich am gemeinsamen Aufnahmeverfahren für das Medizinstudium an den Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz teil. Die Maturabsolventinnen und -absolventen brauchen dabei vor allem eines: Durchhaltevermögen. Der Test startet um 9.30 Uhr und endet erst um 16.30 Uhr.

All diese jungen Menschen versuchen, sich den Traum vom Medizinstudium zu erfüllen. Doch nur knapp mehr als zehn Prozent werden es schaffen, sich einen der österreichweit 1.950 Studienplätze an einer der öffentlichen Universitäten zu sichern. 45 Prozent jener, die es heuer nicht schaffen, einen Studienplatz zu ergattern, werden im kommenden Jahr erneut antreten. 

Die MedUni Wien bildet, mit heuer 784 Studienplätzen, österreichweit die meisten Medizinstudierenden aus. „784 Studienplätze für Medizin an der MedUni Wien sind eine Zahl, die im Vergleich zu anderen Universitäten ihresgleichen sucht. Es ist aber auch eine Zahl, die wir noch gut bewältigen können. Das Studium hat eine hohe Qualität, die Lehrveranstaltungen finden in Kleingruppen und in einem sehr persönlichen Rahmen statt. Wir können ein hochwertiges Studium anbieten“, sagt Anita Rieder, Vizerektorin der MedUni Wien, bei einem Pressegespräch in der Messe Wien.

Rieder betont die Notwendigkeit eines Aufnahmeverfahrens: „Ein Aufnahmeverfahren ist erforderlich bei so vielen Studienbewerberinnen und -bewerbern.“ Sie verweist zudem auf dessen Erfolg: „95 Prozent jener, die das Medizinstudium beginnen, beenden es auch. Das spiegelt den Erfolg wider, mit dem wir unser Curriculum gestalten.“

Blonde Frau mit schwarzer Brille
MedUni-Vizerektorin Anita Rieder betonte vor Beginn des MedAT, dass immer mehr Medizinstudierende nach dem Studium in Österreich bleiben wollen. / Foto: Medizinische Universität Wien/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
 

In den vergangenen Jahren hat sich zudem die Zahl deutscher Studierender, die aufgrund der Numerus-clausus-Regelung in Deutschland ihr Glück beim MedAT versuchen, deutlich verringert. „Nur noch zehn Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am MedAT haben ein deutsches Reifezeugnis, vor drei Jahren waren es noch 15 Prozent. 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine österreichische Matura“, sagt Rieder.

Auch die Zahl der Studierenden, die nach ihrer Ausbildung in Österreich bleiben möchten, sei laut einer Umfrage der MedUni hoch. Demnach möchten 93 Prozent der Medizinabsolventinnen und -absolventen nach dem Studium in Österreich bleiben. Auch immer mehr deutsche Studierende geben an, ihre berufliche Zukunft in Österreich zu sehen.

In Österreich gibt es rund 50 Studienrichtungen, für die ein Aufnahmeverfahren vorgesehen ist. Am 6. Juli wird erstmals der Aufnahmetest für das Masterstudium Psychologie stattfinden.

Rieder nahm auch zur heuer erstmals verkürzten Basisausbildung für Jungmedizinerinnen und -mediziner Stellung. Sie betonte, dass sich die jeweiligen Institutionen nun auch Gedanken machen müssten, wie Ausbildungsplätze rascher zur Verfügung gestellt werden können.

Junge Frau in schwazem Pullover
Marija Krstic: „Neben der Matura blieb mir keine Zeit zur Vorbereitung. Deshalb gehe ich ohne Druck in den Aufnahmetest und sammle Erfahrungen. Mein Ziel ist das Medizinstudium. Sollte es heuer nicht klappen, weiß ich nächstes Jahr, was mich erwartet."
Foto: Stefan Eckerieder-Donovan
Junger Mann sitz vor einem Strauch
Abdul Isaev: „Optimal vorbereitet bin ich nicht. Ich habe etwa zwei Monate gelernt, sehe den heutigen Aufnahmetest aber auch als Erfahrung, um zu wissen, was mich erwartet. Medizin wäre mein Wunschstudium, aber ich kann mir auch Alternativen vorstellen."
Foto: Stefan Eckerieder-Donovan