| Aktualisiert:
Arbeitsprogramm

„Machen wir Wien wieder zum Zentrum internationaler Spitzenmedizin“

Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, und sein Führungsteam wollen die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in den Spitälern aktiv und konstruktiv mitgestalten – das spiegelt sich auch im Arbeitsprogramm der Kurie wider.

Matthias Fauner
Die Kurie der angestellten Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: Eduardo Maldonado-González, Lisa Leutgeb, Dieter Kölle und Benjamin Glaser (v.l.)
Bereit für konstruktive Gespräche: Vizepräsident und Kurienobmann Eduardo Maldonado-González, 1. Stellvertretende Kurienobfrau Lisa Leutgeb, 2. Stellvertretender Kurienobmann Dieter Kölle, Finanzreferent Benjamin Glaser
Foto: Stefan Seelig
„Die Herausforderungen an den Spitälern sind groß, und zwar für alle Gesundheitsberufe. Wir wollen das Gesundheitssystem konstruktiv mitgestalten – mit realistischen, umsetzbaren Vorschlägen.“

Nach intensiven Analysen und Gesprächen, ausgehend vom Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen aus dem Jahr 2023, hat die Kurie angestellte Ärzte ihr Arbeitsprogramm für die laufende Funktionsperiode präsentiert. Die Kurienführung setzt damit neue Schwerpunkte und Akzente – sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf den Kommunikationsstil: „Die Herausforderungen an den Spitälern sind groß, und zwar für alle Gesundheitsberufe. Wir wollen das Gesundheitssystem konstruktiv mitgestalten – mit realistischen, umsetzbaren Vorschlägen“, betont Kurienobmann Eduardo Maldonado-González.

Klare Ideen und Tatkraft 

Die Zielsetzungen sind klar: Um den Spitalsstandort Wien attraktiver zu machen, müssen zum einen die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen des medizinischen Personals verbessert werden. Zum anderen gilt es, eine moderne und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten sicherzustellen und zugleich die öffentlichen sowie gemeinnützigen Spitalsträger in ihrer wichtigen Rolle zu stärken. Große Herausforderungen und ambitionierte Ziele erfordern nicht nur klare Ideen und Tatkraft, sondern auch eine gehörige Portion Optimismus, ist Maldonado-González überzeugt: „Und genau das wollen wir mit dem Titel unseres Arbeitsprogramms auf den Punkt bringen: ‚Machen wir Wien wieder zum Zentrum internationaler Spitzenmedizin!‘“ Wenn die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in den Spitälern sich spürbar verbessern, sodass Ärztinnen und Ärzte gerne dort arbeiten, erübrigen sich auch die politischen Forderungen nach einer mehrjährigen Arbeitsverpflichtung für Medizinabsolventinnen und -absolventen im öffentlichen Gesundheitssystem – für Maldonado-González sind „Zwangsverpflichtungen keine Lösung, sondern eine Nebelgranate“.

Effizienz- und Entlastungspotenziale

Das Arbeitsprogramm der Kurie angestellte Ärzte enthält zahlreiche Maßnahmen mit viel Effizienz- und Entlastungspotenzial – insbesondere durch eine deutliche Reduktion von Bürokratie und Mehrfachdokumentation, sodass Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für die Betreuung und Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten bleibt. Lisa Leutgeb, 1. Stellvertretende Kurienobfrau und Fachärztin in Ausbildung für Psychiatrie, bringt ein Beispiel aus ihrem Arbeitsalltag: „Das papierfreie Krankenhaus ist in vielen Bereichen noch Zukunftsmusik – wir schreiben noch immer auf Papierkurven und tragen dann alles in den Computer ein. Diese Zeit würden wir lieber unseren Patientinnen und Patienten widmen. Eine echte Digitalisierung wäre hier eine große Entlastung.“

Freiwillige Weiterarbeit in der Pension

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die freiwillige Weiterarbeit in der Pension, erläutert Dieter Kölle, 2. Stellvertretender Kurienobmann: „Hier brauchen wir unbürokratische, rechtssichere und wertschätzende Rahmenbedingungen. Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand, die freiwillig im Spital weiterarbeiten wollen, sollen ihren Erfahrungsschatz mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen teilen können, insbesondere in der Supervision, als Ausbildnerinnen und Ausbildner, Mentorinnen und Mentoren.“

Für ein besseres System

Was die Kurienführung mit ihrem konstruktiven, gesprächsorientierten Zugang meint, illustriert Benjamin Glaser, Finanzreferent der Kurie angestellte Ärzte und Präsidialreferent, am Stichwort „Spitalskonzept 2040“: „Wir werden schon bald fundierte Vorschläge vorlegen, wie sich das Spitalssystem in Wien besser und effizienter gestalten lässt – von weniger Dokumentationsaufwand und moderner Arbeitsplatzgestaltung über effektivere Lenkung der Patientenströme bis hin zur Zusammenarbeit zwischen den Spitälern in der Ostregion.“

„Wir wollen unsere Expertise einbringen, um gemeinsam Lösungen zustande zu bringen. Dazu muss man uns seitens der Stadt Wien und des WIGEV natürlich auch einbeziehen. Wir sind dazu jedenfalls gerne bereit“, erklärt Maldonado-González.

Arbeitsprogramm der Kurie angestellte Ärzte – zum Download: 

www.aekwien.at/arbeitsprogramm

„Wir wollen unsere Expertise einbringen, um gemeinsam Lösungen zustande zu bringen.“