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Go2Ordi-Messe macht Lust auf Niederlassung

Zum zweiten Mal ging heuer die „Go2Ordi-Gründer:innen Messe" über die Bühne – diesmal in der Orangerie Schönbrunn. Rund 250 Besucherinnen und Besucher nutzten das vielfältige Angebot aus Vorträgen, Workshops, zahlreichen Ausstellern sowie einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Niederlassung in Wien.

Stefan Eckerieder-Donovan
Frau berät Mann an einem Messestand
Bei der Go2Ordi-Gründer*innenmesse dreht sich alles um die Niederlassung.
Fotos: Stefan Seelig
„Der Weg in die Selbständigkeit als Ärztin oder Arzt ist ein großer Schritt, der neben medizinischer Expertise auch unternehmerisches Wissen erfordert. Genau hier setzt unsere Messe an."

Die zweite „Go2Ordi Gründer:innen Messe“ der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien am 18. März 2026 in der Orangerie im Schloss Schönbrunn erwies sich als voller Erfolg. Rund 250 Besucherinnen und Besucher – und damit ein Fünftel mehr als bei der Premiere im Jahr 2025 – nutzten die Gelegenheit, sich praxisnah zu informieren und gezielte Unterstützung für den Weg in die eigene Ordination zu erhalten.

Tipps und Beratung 

Die neue, deutlich größere Location bot dafür den passenden Rahmen: Eine übersichtlich gestaltete Messefläche schuf Raum für intensiven Austausch sowie das Knüpfen neuer Netzwerke. Zahlreiche Ausstellerinnen uns Aussteller aus unterschiedlichen Bereichen – von Praxisausstattung über IT-Lösungen bis hin zu rechtlicher Beratung und Finanzierungsfragen – präsentierten ihre Angebote. Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge und Workshops, in denen unter anderem über das Ausschreibungsverfahren im kassenärztlichen Bereich sowie über das Modell der Primärversorgungseinheit in Wien informiert wurde. Zusätzlich standen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kurie niedergelassene Ärzte für individuelle Beratungen zur Verfügung.

Ein Mann und eine Frau auf dem Podium
Präsident Johannes Steinhart und Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied betonten in ihren Eröffnungsworten die zentrale Bedeutung des niedergelassenen Bereichs für die Gesundheitsversorgung in Österreich.

Unternehmerisches und medizinisches Wissen

In seiner Eröffnungsrede betonte Kammerpräsident Johannes Steinhart die zentrale Bedeutung der niedergelassenen Medizin für die Gesundheitsversorgung in Österreich: „Der Weg in die Selbstständigkeit als Ärztin oder Arzt ist ein großer Schritt, der neben medizinischer Expertise auch unternehmerisches Wissen erfordert. Genau hier setzt unsere Messe an. Der Erfolg der Messe zeigt den hohen Informationsbedarf rund um das Thema Ordinationsgründung und Praxisentwicklung. Das Format ist die ideale Ergänzung des Angebots der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, Medizinerinnen und Mediziner bestmöglich auf ihrem Weg in die Niederlassung zu unterstützen.“

Auch Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte, unterstrich die Zielsetzung der Veranstaltung: „Bei der ‚Go2Ordi Gründer:innen Messe‘ geht es um Austausch, um Wissen, um Mut, aber vor allem um eines: die Zukunft der niedergelassenen Medizin in Österreich. Der Schritt in die Niederlassung ist eine Chance! Eine Chance, medizinische Tätigkeit mit unternehmerischer Freiheit zu verbinden. Eine Chance, unser Gesundheitssystem aktiv mitzugestalten. Es freut mich sehr, dass so viele Kolleginnen und Kollegen den Weg zu unserer Messe gefunden haben.“

Personen auf eine Podium
Gerhard Jelinek, Wiener Pflege und Patient*innenanwalt, Agnes Streissler-Führer, Wiener Landesstellenausschuss-Vorsitzende der ÖGK, Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied, Moderatorin Birgit Fenderl, Moritz Dragosits, stv. Abteilungsleiter Strategische Gesundheitsversorgung (MA 24) und Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH (v.l).

Wichtigkeit des niedergelassenen Bereichs

Eine hochkarätige Expert*innenrunde gab bei der Diskussion unter dem Motto „Zukunft planen - Gesundheit sichern" Einblicke in die extramurale Gesundheitsplanung 2026. „Die Versorgung im niedergelassenen Bereich umfasst sowohl die kassenärztliche Versorgung als auch jene durch Wahlärztinnen und Wahlärzte“, so Kamaleyan-Schmied. Gerade dort, wo das Kassensystem an seine Grenzen stoße, würden Wahlärztinnen und -ärzte einen unverzichtbaren Beitrag leisten. „Sie schließen Lücken, die die Politik hinterlassen hat. Durch die Unterstützung und umfangreichen Serviceleistungen der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien erleichtern wir den Kolleginnen und Kollegen den Schritt zur Gründung einer Ordination“, verdeutlicht die Kammervizepräsidentin und betonte, dass es höchste Zeit sei, dass auch die anderen Stakeholder ihrer Verantwortung gerecht werden sollten und sich „endlich aktiv mit den bestehenden strukturellen Problemen auseinandersetzen. Nur wenn das Kassensystem wieder so attraktiv wird, dass Ärztinnen und Ärzte gerne darin arbeiten, werden Patientinnen und Patienten die Versorgung bekommen, die sie benötigen.“

Primärversorgungseinheiten als neue, gemeinschaftliche Organisationsform für Ärztinnen und Ärzte alleine können diese Lücke im System nicht füllen, darüber war man sich einig. Bis 2030 soll sich die Zahl der PVE in Wien verdreifachen, so Agnes Streissler-Führer. Die Wiener Landesstellenausschuss-Vorsitzende der ÖGK verwies auf die Komplexität dieser Organisationsform, bei der viele unternehmerische Details im Auge zu behalten seien. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, verwies auf die Herausforderung des Gesundheitssystems, den optimalen Patientennutzen im Auge zu behalten und zugleich die Verschwendung von Ressourcen auf allen Ebenen zu vermeiden. Der Wiener Pflege und Patient*innenanwalt Gerhard Jelinek erläuterte, dass die meisten Beschwerden der Patientinnen und Patienten sich um das Thema Zeit drehen: Das fängt bei den Wartezeiten auf einen Termin an und endet bei Beschwerden über Zeitknappheit während des Termins, was zu gestresstem Verhalten auf beiden Seiten des Behandlungstisches führe.

Fotogalerie zur Gründer:innen Messe

Go2Ordi Gründer:innen Messe

Stimmen von der Go2Ordi-Gründer:innen Messe:

Mann mit grünem Pullover
Johannes Wagner, Messebesucher: "Ich bin derzeit Turnusarzt und möchte später gerne eine eigene Ordination eröffnen. Ob als Einzel- oder Gruppenpraxis habe ich noch nicht endgültig entschieden. Auf die Messe bin ich gekommen, um mich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Besonders spannend finde ich die Vorträge und Workshops, aber auch die Gelegenheit, sich umfassend über alle Aspekte der Gründung sowie über den Alltag in einer Ordination zu informieren." Foto: Stefan Eckerieder-Donovan
Frau mit grünem Kleid
Susanne Prinz, Messebesucherin: "Nachdem ich im Vorjahr die Messe besucht habe, ist in mir der Entschluss weiter gereift, eine allgemeinmedizinische Kassenordination zu eröffnen. Ein Go2Ordi-Beratungsgespräch in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien hat mich in diesem Vorhaben zusätzlich bestärkt. Heuer bin ich vor allem gekommen, um mich weiter zu vernetzen und einen Überblick über die Angebote der Aussteller zu gewinnen. Bis zur Umsetzung wird es zwar noch etwas dauern, doch einen fundierter Überblick über die Möglichkeiten der Ordinationsgründung zu erlangen, ist für mich ein wichtiger weiterer Schritt." / Foto: Stefan Eckerieder-Donovan

 

Drei Männer am Messestand
Alexander Vollenwyder (rechts), Geschäftsführer Berger Medizintechnik: „Für uns ist das Besondere an der Messe, dass wir genau jene Ärztinnen und Ärzte erreichen, die eine Ordination gründen oder eine Erweiterung planen. Das ist für uns optimal, da wir mit unseren medizintechnischen Geräten direkt passende Lösungen anbieten können. Diese werden vor Ort auch aktiv nachgefragt, was sich in den zahlreichen Gesprächen und neu geknüpften Kontakten mit Medizinerinnen und Medizinern unterschiedlichster Fachrichtungen widerspiegelt.“ / Foto: Stefan Seelig
Zwei Frauen am Messestand
Eva Zach, Key Account Managerin bei y-doc Wartezimmer TV (rechts): „Wir freuen uns sehr, auf der Messe die Möglichkeit zu haben, unser Angebot direkt vorzustellen. Das Interesse seitens der Medizinerinnen und Medizinern ist groß, und wir konnten bereits zahlreiche wertvolle Kontakte knüpfen. y-Doc Wartezimmer TV ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, Patientinnen und Patienten während der Wartezeit gezielt zu informieren, über Angebote aufzuklären und zugleich die Wartezeit für Patientinnen und Patienten kurzweiliger zu gestalten.“ / Foto: Stefan Seelig
„Bei der ‚Go2Ordi Gründer:innen Messe‘ geht es um Austausch, um Wissen, um Mut, aber vor allem um eines: die Zukunft der niedergelassenen Medizin in Österreich."