Kommentar von außen

Gesunde Mobilität für mehr Lebensqualität

Infrastrukturminister Peter Hanke über die signifikante Rolle von bewegungsfreundlicher Mobilität als Präventionsmaßnahme für die Bevölkerung und warum Gesundheit und Mobilität gemeinsam gedacht werden müssen.  

Peter Hanke
Porträtbild von Mann in Anzug.
Peter Hanke: „Das gemeinsame Denken von Gesundheit und Mobilität schafft eine Win-win-Situation.“
Foto: David Visnjic

Vor kurzem haben wir als Bundesregierung Österreichs erste Industriestrategie vorgelegt, in der bewusst neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder definiert wurden, in denen unser Land im internationalen Wettbewerb schon ganz vorne mitspielt oder das Potenzial hat, das zu tun. Dazu zählt auch die Mobilität. Innovative Lösungen an der Schnittstelle von Forschung und Gesundheit können dazu beitragen, sie zukunftsfähig zu gestalten – auch im Bereich der aktiven Mobilität.

Als Mobilitätsminister ist mir ein ausgewogener Modal Split mehrfach wichtig: für den Umweltschutz, die Effizienz des Verkehrs aber ganz besonders auch für die Gesundheit. Werden Alltagswege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen, trägt das maßgeblich zur Erreichung der österreichischen Bewegungsempfehlungen von 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche bei und senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Daneben fördert es das psychische Wohlbefinden. Dem Gehen kommen die positivsten Effekte zu: Personen, die oft zu Fuß unterwegs sind, haben im Vergleich zu jenen, die das kaum sind, ein um 17 Prozent geringeres Sterberisiko. Fünf Minuten mehr zu Fuß gehen und 30 Minuten weniger sitzen: Schon kleine Änderungen können die gesunde Lebenszeit verlängern. 

Mein Ministerium fördert gesunde Mobilität etwa durch das Programm klimaaktiv mobil, das Städte und Gemeinden bei der fuß- und radverkehrsfreundlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes unterstützt. Und nicht zuletzt leisten wir mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung und der Ausweitung der Helmpflicht auf E-Scooter und E-Bikes einen wesentlichen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit. 

Rolle der Mobilitätsforschung

Für politische Weichenstellungen und Entscheidungen spielt Mobilitäts- und Gesundheitsforschung eine wichtige Rolle, da sie den Nutzen aktiver und emissionsarmer Mobilität quantifiziert, etwa den Beitrag zur Erreichung der Bewegungsempfehlungen oder die Vermeidung von Neuerkrankungen. Evaluationsprojekte zu betrieblichen Mobilitäts- und Gesundheitsprogrammen, Schulweginitiativen oder kommunalen Rad- oder Fußverkehrsmaßnahmen liefern evidenzbasierte Grundlagen für Politik und Praxis. Indem Forschung gesundheitliche Effekte, Emissionsreduktionen und Verkehrssicherheit gemeinsam betrachtet, unterstützt sie eine intersektorale Planung, die Doppelgewinne für die öffentliche Gesundheit und zukunftsfähige Mobilität ermöglicht.

Wenn aktive Mobilität konsequent gefördert wird – durch attraktive Geh- und Radinfrastruktur, sichere Schulwege, verkehrsberuhigte Quartiere – sinken Krankheitslast, Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen zugleich. Das gemeinsame Denken von Gesundheit und Mobilität schafft so eine Win-win-Situation, denn Investitionen in eine bewegungsfreundliche, emissionsarme Mobilität sind gleichzeitig Investitionen in die Erreichung der Mobilitätsziele, die Prävention von Krankheiten und die Lebensqualität der Menschen.

„Investitionen in eine bewegungsfreundliche, emissionsarme Mobilität sind gleichzeitig Investitionen in die Erreichung der Mobilitätsziele, die Prävention von Krankheiten und die Lebensqualität der Menschen.“