Männergesundheit
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Kammer fordert organisiertes Prostatakrebs-Screening

Ein organisiertes Screening kann die Sterblichkeit bei Prostatakrebs um mehr als die Hälfte senken. Zudem empfiehlt die Kammer die Einführung eines Männervorsorge-Packages als Kassenleistung.

Stefan Eckerieder-Donovan

Prostatakrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Einer von acht Männern erkrankt im Laufe seines Lebens daran. Die Früherkennung spielt eine wichtige Rolle, denn für eine erfolgreiche Therapie ist essentiell, dass die Krankheit frühzeitig entdeckt wird, und nicht erst, wenn sie symptomatisch ist. „Ich appelliere an alle Männer ab 50 Jahren, die Möglichkeit der Prostatakrebsfrüherkennung zu nutzen und sich ärztlich beraten zu lassen. Wird der Krebs früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen“, sagt Kammerpräsident Johannes Steinhart. Das aktuelle Vorsorgeprogramm wird nur von einem relativ geringen Teil der Männer angenommen, da viele Männer nicht wissen, dass es die Möglichkeit der Früherkennung mittels PSA-Test gibt. „Die Kammer fordert deshalb ein strukturiertes, nationales Früherkennungsprogramm mit persönlichen Einladungen analog zum Brustkrebsscreening. Damit wollen wir allen Männern einen einfachen und gleichberechtigten Zugang zur Prostatakrebsfrüherkennung ermöglichen.“ Bereits im April 2026 hat die Kammer bei einer Pressekonferenz betont, dass es eine neue Strategie um die Prostatakrebsfrüherkennung braucht, um die Teilnahmezahlen zu erhöhen. Konkret sollen ­Männer ab dem 50. Lebensjahr aktiv zur Prostatakrebsfrüherkennung mittels PSA-Test eingeladen werden.

Bei der Vorsorge besteht generell Aufholbedarf: Männer nehmen entsprechende Untersuchungen seltener in Anspruch als Frauen, wie statistische Erhebungen zeigen. Ein strukturiertes Screeningprogramm für Männer könnte das Thema Gesundheitsvorsorge stärker in das Bewusstsein rücken. „Laut OECD waren die vermeidbaren Todesfälle in Österreich 2023 bei Männern fast doppelt so hoch wie bei Frauen. Dahinter stehen Todesfälle vor dem 75. Geburtstag, die durch wirksame Prävention, Früherkennung oder rechtzeitige Behandlung grundsätzlich vermeidbar wären. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, frühzeitig auf die eigene Gesundheit zu achten, Vorsorgeangebote wahrzunehmen und gesundheitliche Risiken zu reduzieren“, betont Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte. Vorsorge und ein gesundheitsbewusster Alltag tragen entscheidend dazu bei, Erkrankungen zu verhindern oder rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

„Ein risikoadaptiertes Prostatakrebsscreening – also die richtigen Personen zur richtigen Zeit – könnte nicht nur die Sterblichkeit um mehr als die Hälfte verringern, sondern auch unnötige Behandlungen vermeiden und das Gesundheitssystem entlasten“, sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte. Zudem brauche es im Bereich der Männergesundheit neben eines nationalen organisierten Prostatakrebsscreenings ein „Männervorsorge-­Package“ in der allgemeinen Gesundheitsvorsorge. „Geschlechterspezifische Aspekte müssen in der Medizin und insbesondere in der Gesundheitsvorsorge stärker in den Fokus rücken. Dabei geht es nicht nur um spezifische gesundheitliche Risiken und Bedürfnisse, sondern auch darum, wie wir Männer mit Gesundheitsangeboten erreichen und für Vorsorge sensibilisieren können“, sagt Kamaleyan-Schmied. Neben körperlichen Erkrankungen müssen man auch der psychischen Gesundheit mehr Aufmerksamkeit widmen. „Wir brauchen in der Prävention ein umfassendes Männervorsorge-Package, das Männer in allen Lebensphasen bestmöglich unterstützt.“

„Die Kammer fordert darüber hinaus ein strukturiertes, nationales Früherkennungsprogramm mit persönlichen Einladungen analog zum Brustkrebsscreening. Damit wollen wir allen Männern einen einfachen und gleichberechtigten Zugang zur Prostatakrebsfrüherkennung ermöglichen.“
Zwei Männer und eine Frau stehen
Vizepräsident Eduardo Maldonado-González, Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied und Präsident Johannes Steinhart betonen die Wichtigkeit der Gesundheitsvorsorge für Männer und setzen sich für ein organisiertes Screening für das Prostatakarzinom ein.
Foto: Angelika Kalsita
„Vorsorge und ein gesundheitsbewusster Alltag tragen entscheidend dazu bei, Erkrankungen zu verhindern oder rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.“
„Geschlechterspezifische Aspekte müssen in der Medizin und insbesondere in der Gesundheitsvorsorge stärker in den Fokus rücken.“
 
© Ärztin für Wien | 04.11.2026 | Link: https://www.aerztinfuerwien.at/gesundheitspolitik/kammer-fordert-organisiertes-prostatakrebs-screening