Zwischen Hörsaal, Sportplatz und Festivalbühne
Rund 25.000 bis 30.000 Medizinstudierende und Alumni aus ganz Europa kommen jedes Jahr in Thüringen zusammen, um sportlich gegeneinander anzutreten, sich auszutauschen und gemeinsam zu feiern. Bei den MediMeisterschaften stehen neben Sportbewerben auch musikalische Performances, Kreativität und kultureller Austausch im Mittelpunkt. Studierende von mehr als 80 europäischen medizinischen Universitäten bereiten sich monatelang vor, um ein unvergessliches Spektakel auf die Beine zu stellen.
Die MediMeisterschaften – kurz „Medis“ – sind ein Event, das sich mittlerweile zum Festival-Fixpunkt für Medizinstudierende sowie Medizinabsolventinnen und -absolventen aus sämtlichen europäischen Ländern etabliert hat. Von 11. bis 14. Juni wird der Flugplatz Obermehler-Schlotheim in Thüringen zur temporären Festivalstadt mit Bühnen, Sportarealen, Campingflächen und zum internationalen Treffpunkt für junge und angehende Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin.
Am Anfang war der Fußball
Ihren Ursprung hatten die „Medis“ im Jahr 2002 in Bochum als Fußballturnier zwischen deutschen medizinischen Fakultäten. Seither ist viel passiert. Die Meisterschaften sind Jahr für Jahr gewachsen, mittlerweile sind neben deutschen Fakultäten unter anderem medizinische Unis und Teams aus Österreich, der Schweiz, Ungarn, der Slowakei, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern vertreten. Und obwohl sportliche Bewerbe – von Fußball über Volleyball bis hin zum Cheerleading – nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung sind, geben die heutigen „Medis“ den Medizinstudierenden auch die Möglichkeit, ihre kreative Seite auszuleben: Sie entwerfen und bauen eigene Festivalbühnen passend zu individuell gewählten Mottos, treten als DJs auf, überlegen sich ausgefallene Kostüme und präsentieren eigene musikalische Acts beim großen Songwettbewerb. Das Bemerkenswerte daran: Organisiert und verwirklicht werden die jeweiligen Bühnen und Acts zur Gänze studentisch und ehrenamtlich.
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„Ausrastia“: Kreativität, Teamgeist und Handwerkskunst
Ferdinand Wesel, Arzt in Basisausbildung im AUVA-Traumazentrum Brigittenau und tätig im Sportambulatorium Wien, ist seit 2020 Teil der Organisationsarbeit rund um die MediMeisterschaften. Seit 2021 engagiert er sich gemeinsam mit seinem Team federführend bei der „Ausrastia Bühne“, die von Medizinstudierenden aus Österreich organisiert wird und mittlerweile zu den etablierten und beliebtesten Bühnen des Festivalgeländes zählt.
„Die Ausrastia Bühne gibt es seit 2018, sie wurde damals von Studierenden der medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien gegründet. Heute vereint das Projekt Studierende und Alumni der medizinischen Universitäten Wien (SFU & MUW), Innsbruck, Graz, Krems (KLU) sowie der Veterinärmedizinischen Universität Wien“, erklärt Wesel.
Der Name „Ausrastia“ sei eine kreative Wortschöpfung aus „Ausrasten“ im Sinne von ausgelassenem Feiern und „Austria“, dem Heimatland des Teams, und habe sich mittlerweile als bekannte Marke innerhalb der MediMeisterschaften etabliert.
„Unsere Bühne wird Jahr für Jahr von einem stetig wachsenden Team aus Alumni und Studierenden mit viel Liebe zum Detail geplant und thematisch gestaltet. Jeder Aufbau ist ein Unikat und wird in Eigenleistung zum Festivalgelände transportiert, dort auf- und später wieder abgebaut – stets mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit. Dabei fließen Ideen aus Architektur, Eventtechnik, Medizin, Design und Handwerk in das Projekt ein. Gleichzeitig werden Erfahrungen und Know-how von früheren Bauprojekten an neue Teammitglieder weitergegeben. Auch der Austausch mit anderen Campingplatzbühnen sowie gemeinsame Vorbau-Wochenenden tragen wesentlich dazu bei, die Projekte Jahr für Jahr weiterzuentwickeln“, so Wesel.
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Studentisches Engagement hinter dem Festival
Während die MediMeisterschaften GmbH & Co. KG als eingetragenes Unternehmen die Hauptorganisation der MediMeisterschaften verantwortet, arbeiten im Hintergrund über das ganze Jahr hinweg die sogenannten „Uni-Orgas“. Dabei handelt es sich um kleinere Organisationseinheiten an den medizinischen Universitäten, die häufig als eingetragene Vereine organisiert sind und vor allem über soziale Medien wie Instagram auftreten. Die Mitglieder der „Uni-Orgas“ entwickeln Mottos, Outfits und kreative Konzepte, organisieren Sponsoring-Partner und tragen damit wesentlich zum Gesamtkonzept der MediMeisterschaften bei. „Im Vorfeld des Festivals gibt es bereits zahlreiche Veranstaltungen wie Sportevents, Medimeister-Partys oder Orga- und Vorbau-Wochenenden, bei denen die Mitglieder der ,Uni-Orgas‘ zusammenkommen und gemeinsam Vorbereitungen für die MediMeisterschaften treffen. Eine gute Planung und regelmäßige Abstimmungen zwischen den einzelnen ,Orgas‘ sind essenziell, damit die vielen Ideen zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden können. Jede einzelne Medimeisterin und jeder einzelne Medimeister steckt dabei unglaublich viel Arbeit und Herzblut in die jeweiligen Projekte“, meint Wesel.
Mehr als nur ein Wettbewerb
Was für ihn das Besondere an den MediMeisterschaften ist? „Das Einmalige ist das besondere Gemeinschaftsgefühl, das entsteht, wenn Medizinstudierende aus ganz Europa gemeinsam ein Festival erschaffen. Das ist persönlich bereichernd und kann auch für die berufliche Zukunft wertvoll sein – etwa wenn man internationale Kontakte knüpft oder später Erfahrungen im Ausland sammeln möchte. Natürlich freut man sich, wenn man bei einem der sportlichen Wettkämpfe, musikalischen Contests oder kreativen Bewerbe als Team eine Top-Platzierung erreichen kann. Aber was wirklich zählt, ist der Zusammenhalt und das Erlebnis, gemeinsam an der Vorbereitung und Durchführung dieses einzigartigen Festivals mitzuwirken, ganz nach dem Motto der MediMeisterschaften: #NURLIEBE.“
MediMeisterschaften 2026
Zeitraum: Donnerstag, 11. Juni, bis Sonntag, 14. Juni 2026
Ort: Flugplatz Obermehler-Schlotheim, Thüringen
Programm: Sportwettbewerbe, Medisongs und Songcontest, studentisch gestaltete Bühnen und Fanfahrzeuge, Medi-Campus mit Fortbildungen sowie kreative Mottos und liebevoll gestaltete Campingplätze
Ticketpreis: 4-Tages-Ticket inkl. Camping ab 170 Euro
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