Go2Ordi-Messe macht Lust auf Niederlassung
Zum zweiten Mal ging heuer die „Go2Ordi-Gründer:innen Messe" über die Bühne – diesmal in der Orangerie Schönbrunn. Rund 250 Besucherinnen und Besucher nutzten das vielfältige Angebot aus Vorträgen, Workshops, zahlreichen Ausstellern sowie einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Niederlassung in Wien.
Die zweite „Go2Ordi Gründer:innen Messe“ der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien am 18. März 2026 in der Orangerie im Schloss Schönbrunn erwies sich als voller Erfolg. Rund 250 Besucherinnen und Besucher – und damit ein Fünftel mehr als bei der Premiere im Jahr 2025 – nutzten die Gelegenheit, sich praxisnah zu informieren und gezielte Unterstützung für den Weg in die eigene Ordination zu erhalten.
Tipps und Beratung
Die neue, deutlich größere Location bot dafür den passenden Rahmen: Eine übersichtlich gestaltete Messefläche schuf Raum für intensiven Austausch sowie das Knüpfen neuer Netzwerke. Zahlreiche Ausstellerinnen uns Aussteller aus unterschiedlichen Bereichen – von Praxisausstattung über IT-Lösungen bis hin zu rechtlicher Beratung und Finanzierungsfragen – präsentierten ihre Angebote. Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge und Workshops, in denen unter anderem über das Ausschreibungsverfahren im kassenärztlichen Bereich sowie über das Modell der Primärversorgungseinheit in Wien informiert wurde. Zusätzlich standen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kurie niedergelassene Ärzte für individuelle Beratungen zur Verfügung.
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Unternehmerisches und medizinisches Wissen
In seiner Eröffnungsrede betonte Kammerpräsident Johannes Steinhart die zentrale Bedeutung der niedergelassenen Medizin für die Gesundheitsversorgung in Österreich: „Der Weg in die Selbstständigkeit als Ärztin oder Arzt ist ein großer Schritt, der neben medizinischer Expertise auch unternehmerisches Wissen erfordert. Genau hier setzt unsere Messe an. Der Erfolg der Messe zeigt den hohen Informationsbedarf rund um das Thema Ordinationsgründung und Praxisentwicklung. Das Format ist die ideale Ergänzung des Angebots der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, Medizinerinnen und Mediziner bestmöglich auf ihrem Weg in die Niederlassung zu unterstützen.“
Auch Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte, unterstrich die Zielsetzung der Veranstaltung: „Bei der ‚Go2Ordi Gründer:innen Messe‘ geht es um Austausch, um Wissen, um Mut, aber vor allem um eines: die Zukunft der niedergelassenen Medizin in Österreich. Der Schritt in die Niederlassung ist eine Chance! Eine Chance, medizinische Tätigkeit mit unternehmerischer Freiheit zu verbinden. Eine Chance, unser Gesundheitssystem aktiv mitzugestalten. Es freut mich sehr, dass so viele Kolleginnen und Kollegen den Weg zu unserer Messe gefunden haben.“
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Wichtigkeit des niedergelassenen Bereichs
Eine hochkarätige Expert*innenrunde gab bei der Diskussion unter dem Motto „Zukunft planen - Gesundheit sichern" Einblicke in die extramurale Gesundheitsplanung 2026. „Die Versorgung im niedergelassenen Bereich umfasst sowohl die kassenärztliche Versorgung als auch jene durch Wahlärztinnen und Wahlärzte“, so Kamaleyan-Schmied. Gerade dort, wo das Kassensystem an seine Grenzen stoße, würden Wahlärztinnen und -ärzte einen unverzichtbaren Beitrag leisten. „Sie schließen Lücken, die die Politik hinterlassen hat. Durch die Unterstützung und umfangreichen Serviceleistungen der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien erleichtern wir den Kolleginnen und Kollegen den Schritt zur Gründung einer Ordination“, verdeutlicht die Kammervizepräsidentin und betonte, dass es höchste Zeit sei, dass auch die anderen Stakeholder ihrer Verantwortung gerecht werden sollten und sich „endlich aktiv mit den bestehenden strukturellen Problemen auseinandersetzen. Nur wenn das Kassensystem wieder so attraktiv wird, dass Ärztinnen und Ärzte gerne darin arbeiten, werden Patientinnen und Patienten die Versorgung bekommen, die sie benötigen.“
Primärversorgungseinheiten als neue, gemeinschaftliche Organisationsform für Ärztinnen und Ärzte alleine können diese Lücke im System nicht füllen, darüber war man sich einig. Bis 2030 soll sich die Zahl der PVE in Wien verdreifachen, so Agnes Streissler-Führer. Die Wiener Landesstellenausschuss-Vorsitzende der ÖGK verwies auf die Komplexität dieser Organisationsform, bei der viele unternehmerische Details im Auge zu behalten seien. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, verwies auf die Herausforderung des Gesundheitssystems, den optimalen Patientennutzen im Auge zu behalten und zugleich die Verschwendung von Ressourcen auf allen Ebenen zu vermeiden. Der Wiener Pflege und Patient*innenanwalt Gerhard Jelinek erläuterte, dass die meisten Beschwerden der Patientinnen und Patienten sich um das Thema Zeit drehen: Das fängt bei den Wartezeiten auf einen Termin an und endet bei Beschwerden über Zeitknappheit während des Termins, was zu gestresstem Verhalten auf beiden Seiten des Behandlungstisches führe.
Fotogalerie zur Gründer:innen Messe
Stimmen von der Go2Ordi-Gründer:innen Messe:
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