Im Einsatz für Kollegenschaft
Im Einsatz für Kollegenschaft

„Wir ziehen an einem Strang und das macht uns stark“

Im November fand an der MedUni Wien die Betriebsratswahl für das wissenschaftliche Universitätspersonal statt. Die Liste AMM – Aktionsgemeinschaft Medizinscher Mittelbau – konnte für die Funktionsperiode 2025 bis 2030 neuerlich die meisten Stimmen für sich gewinnen. Betriebsratsvorsitzender Johannes Kastner, Facharzt für Innere Medizin und Finanzreferent der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, spricht darüber, was ihn antreibt und warum ihn die Arbeit als Betriebsrat erfüllt. 

Elisa Cavalieri

Ärzt*in für Wien: Sie sind zum zweiten Mal in Folge zum Betriebsratsvorsitzenden für das wissenschaftliche Personal der MedUni Wien gewählt worden – wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich im Betriebsrat engagieren? 
Kastner: Ich habe mich immer gern für die Kolleginnen und Kollegen und für Verbesserungen eingesetzt, in jungen Jahren als Studentenvertreter, später als Mittelbauvertreter. Betriebsratsvorsitzender an der MedUni Wien zu werden, stand nicht vordergründig auf meiner Agenda – das ist eher unverhofft passiert. Als der frühere Betriebsratsvorsitzende Ingwald Strasser, der traurigerweise jetzt im Jänner verstorben ist, 2019 als Betriebsratsvorsitzender zurückgetreten und formal in den Ruhestand gegangen ist, und sein Nachfolger nach kurzer Zeit das Amt wieder zurückgelegt hat, habe ich mich schließlich zur Verfügung gestellt und wurde am 5. März 2020, das war rund um den ersten Corona-Lockdown, Betriebsratsvorsitzender des wissenschaftlichen Personals. Das war rückblickend gesehen ein recht heftiger Einstieg mit allen Fragestellungen und Herausforderungen, die die Pandemie insbesondere in der Anfangsphase für das medizinische Personal mit sich gebracht hat. Im Herbst 2020 bin ich zum ersten Mal offiziell bei der Betriebsratswahl angetreten und für die Periode 2020 bis 2025 gewählt worden. Dass unsere Liste, die Aktionsgemeinschaft Medizinischer Mittelbau AMM, den Wahlerfolg nun für eine weitere Funktionsperiode wiederholen konnte, noch dazu mit so einem deutlichen Vorsprung, freut mich natürlich sehr.

Ärzt*in für Wien: Wofür setzten Sie sich besonders ein?
Kastner: Wir sind stolz, dass wir in der vergangenen Funktionsperiode unser Programm „Mehr Geld. Flexiblere Zeit. Besseres Leben“ verwirklicht haben und daran möchten wir anknüpfen. Wir setzen uns weiterhin konsequent gegen Budgetkürzungen und für eine faire Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Die Kolleginnen und Kollegen sollen sich außerdem darauf verlassen können, dass jede gearbeitete Stunde zählt und dass Dienstpläne planbar und verlässlich sind.

Ärzt*in für Wien: Was schätzen Sie an der Arbeit als Betriebsrat? 
Kastner: Was ich besonders schätze, ist, dass wir in den letzten fünf Jahren fraktionsübergreifend sehr konstruktiv zusammengearbeitet haben. Ja, die paar Wochen vor der Wahl übt sich jede Fraktion im Wahlkampf, aber danach setzt man sich wieder hin und macht gemeinsam weiter. Wir ziehen an einem Strang und das macht uns stark. In den letzten fünf Jahren konnten wir als Betriebsrat Verbesserungen beim Einkommen, der Arbeitszeit, der Arbeitsqualität und somit der Lebensqualität erreichen. Und wir müssen dranbleiben, denn es gilt, die hart erkämpften Fortschritte für die Zukunft abzusichern. Nur ein starker Betriebsrat mit Erfahrung, Professionalität und Teamgeist kann das garantieren.
 

Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal
Medizinische Universität Wien
Spitalgasse 23, Ebene 02
1090 Wien
E-Mail: br-wp@meduniwien.ac.at
https://br-wp.meduniwien.ac.at/

„Wir müssen dranbleiben, denn es gilt, die hart erkämpften Fortschritte für die Zukunft abzusichern.“
Mann mit Brille, Hemd und Sakko lächelt in die Kamera.
Johannes Kastner: „Ich habe mich immer gern für die Kolleginnen und Kollegen eingesetzt.“
Foto: Stefan Seelig
 
© medinlive | 13.02.2026 | Link: https://www.aerztinfuerwien.at/fuer-aerztinnen/wir-ziehen-einem-strang-und-das-macht-uns-stark