Frauengesundheit

Stoffwechselveränderung in den Wechseljahren

Was passiert, wenn sich die Hormone verändern? Warum werden manche Beschwerden lange nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht? Und was braucht es, damit Frauen medizinisch besser versorgt werden? Diese und weitere Fragen wurden am „MenoDay“ unter dem Motto „Gendermedizin: Frauengesundheit besser verstehen“ von Expertinnen und Experten diskutiert. Die Fachleute vermittelten dabei auch komplexe medizinische Zusammenhänge für Besucherinnen und Besucher verständlich und praxisnah.

Katharina Hemmelmair
Fünf Frauen stehen im Rahmen einer Diskussion zusammen.
Stephanie Neuner, Sabine Huelsmann, Naghme Kamaleyan-Schmied, Doris Gruber, Birgit Brieber (vl)
MenoDay / Katharina Schiffl

Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, war als Expertin beim Paneltalk „Stoffwechsel | Was verändert sich in den Wechseljahren?“ am Podium. Dabei ging sie insbesondere darauf ein, wie sich der Stoffwechsel im Laufe des Lebens verändert und warum die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen an Bedeutung gewinnen sollte. 

„Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel und Fett lagert sich vermehrt am und im Bauchbereich ein. Diese Entwicklung erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen“, erklärte Kamaleyan-Schmied. Umso wichtiger sei es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen. „Ein wesentlicher Baustein ist die Bestimmung von Lipoprotein(a). Dieser überwiegend genetisch beeinflusste Risikofaktor kann unabhängig von Lebensstil und LDL-Cholesterin erhöht sein. Ein erhöhter Wert steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich. Deshalb ist es sinnvoll, den Lipoprotein(a)-Wert zumindest einmal im Erwachsenenalter im Blut bestimmen zu lassen, um das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser einschätzen und gegensteuern zu können." 

Insgesamt verweist Kamaleyan-Schmied auf die Bedeutung von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die auch nach der Menopause wichtig bleiben. Neben der individuellen Gesundheitsvorsorge braucht es auch entsprechende gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. „Das gesundheitspolitische Ziel muss es sein, die Versorgungsstrukturen für die medizinische Betreuung von Frauen nachhaltig zu stärken und eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen.“

Abschließend appelliert sie direkt an die Frauen: „Allzu oft stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse hinten an – zuerst kommen die Kinder, der Partner oder die Eltern. Doch das muss sich ändern. Wir müssen unsere Symptome ernst nehmen und offen über unsere Beschwerden sprechen. Nur wenn wir offen über diese Probleme sprechen, machen wir sie sichtbar und können echte Fortschritte in der Frauengesundheit und Prävention erreichen.“

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„Das gesundheitspolitische Ziel muss es sein, die Versorgungsstrukturen für die medizinische Betreuung von Frauen nachhaltig zu stärken und eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen.“
Naghme Kamaleyan-Schmied