Herzensthema Herzgesundheit
Ein Drittel aller Sterbefälle in Österreich geht auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Kammer betont mit ihrer aktuellen Vorsorgekampagne die Wichtigkeit des „Pumperl-Checks“. Initiatorin und Kardiologin Karin Hawlisch-Höfferl weiß, warum Prävention gerade bei der Herzgesundheit so entscheidend ist.
Karin Hawlisch-Höfferls Antwort auf die Frage, warum Prävention ihr Herzensthema ist, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Bei unserem Auto wissen wir meist ganz genau, wann ein Ölwechsel oder Service fällig ist. Aber bei unserem eigenen Körper fehlt uns das Bewusstsein viel zu oft, wie wichtig solche Check-ups sind.“ Die Internistin, Kardiologin und Co-Referentin für Ärztezentren und Gruppenpraxen in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien ist Initiatorin der eben gestarteten Vorsorgekampagne rund um die Herzgesundheit.
Auftakt im September
Zahlreiche Aktionen, Informationsangebote und Initiativen der Kammer haben sich heuer dem Schwerpunkt Prävention gewidmet. „Vorsorge ist einer der wirksamsten Hebel der modernen Medizin. Viele Erkrankungen können früh erkannt und behandelt werden, bevor sie Beschwerden verursachen oder schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Damit gewinnen Menschen nicht nur Lebenszeit, sondern vor allem gesunde Lebensjahre“, so Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
„Pumperlg´sund“ sollen die Wienerinnen und Wiener sein und dafür braucht es den „Pumperl-Check“, so die Idee der Kampagne, die im September startet. Das Ziel: Menschen zu motivieren, sich gemeinsam mit Wiens Ärztinnen und Ärzten um die eigene Herz-Kreislauf-Gesundheit zu kümmern. „Es geht darum, eine grundlegende Basis zu schaffen, um zu wissen, wo man bei diesem so wichtigen Thema steht, etwa wie es um den Blutdruck, Blutfette oder den Glukosespiegel bestellt ist. Auch Schlaf, Bewegung und Ernährung sollten gecheckt werden. Diese Zeit sollten wir Ärztinnen und Ärzte uns als erste Ansprechstelle in Sachen Prävention unbedingt nehmen“, appelliert Hawlisch-Höfferl an die Kollegenschaft.
Frauen haben andere Symptome
Fix verankerte Früherkennungsprogramme und Screenings mit gebündelten Untersuchungen rund um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ähnlich wie bei Darmkrebs oder Brustkrebs: Das wäre das langfristig gedachte Ziel für Hawlisch-Höfferl. Vorerst ist eine gesteigerte Awareness auf jeden Fall notwendig, denn kardiovaskuläre Erkrankungen sind in Österreich ganz klar die Nummer eins bei den Todesursachen: 33,4 Prozent aller Sterbefälle gingen 2025 auf deren Konto. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Österreich mehr Frauen als Männer in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. „Vor allem nach der Menopause ist das ein großes Problem, denn Beschwerden werden weder von ärztlicher Seite noch seitens der Patientinnen primär als Herz-Kreislauf-Symptome gesehen. Hier gibt es auf jeden Fall noch Aufholbedarf, nicht zuletzt, weil sich die Symptomatik etwa eines akuten Herzinfarktes bei Frauen ganz anders präsentieren kann. Auch werden klassische Risikofaktoren wie Blutdruck, zu wenig Bewegung, erhöhte Blutfettwerte oder Rauchen fälschlicherweise bei Frauen als weniger bedrohlich erachtet“, warnt Hawlisch-Höfferl.
„Pumperl-Check“ als Baustein im ärztlichen Alltag
Gesundheitskompetenz ist beim Thema Vorsorge wesentlich, wobei es laut der Kardiologin auch den gegenteiligen Trend zur fast überdetaillierten Beschäftigung mit dem eigenen Körper gibt, Stichwort Smartwatch. „Uns geht es aber darum, diejenigen Menschen abzuholen, die entweder nicht wissen, was ihrem Körper guttut, etwa welche Nahrungsmittel oder Bewegungsformen. Oder die schlichtweg ausblenden, was schädlich ist und was sie selbst zu einem langen, gesunden Leben beitragen können. Das sind diejenigen, denen schwer zu vermitteln ist, dass gesüßte Limonaden oder gar Energydrinks als einzige Flüssigkeitszufuhr nicht optimal sind und die nicht einsehen wollen, warum Zigaretten keine gute Idee sind. Dabei kann man gerade im Bereich Herz-Kreislauf wunderbar präventiv wirken", so Hawlisch-Höfferl. „Mein persönliches Ziel ist es, den Menschen die Wichtigkeit dieses Themas so zu vermitteln, dass sie danach nicht nur motiviert sind, den gesünderen Weg gemeinsam mit uns Ärztinnen und Ärzten zu gehen, sondern selbst etwas an ihrem Lebensstil ändern. Nur so sind bleibende Erfolge möglich.“ Der „Pumperl-Check“ soll dabei ein wesentlicher Baustein im ärztlichen Berufsalltag werden.
Awareness-Kampagne rund um den „Pumperl-Check“
Im September startet die Kammer eine Kampagne zur Wichtigkeit der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Dafür wurde die Idee des „Pumperl-Checks“ entwickelt. Wienerinnen und Wiener sollen dazu motiviert werden, eine diesbezügliche ärztliche Vorsorgeuntersuchung mit Diagnostik und individueller Beratung durchführen zu lassen. Weiterführende Informationen sowie Materialien zum Download für Ihre Ordination finden Sie hier.
